Wie erkenne ich meine beruflichen Erfolge? Beispiele mit Anleitung und Vorlage

Wie erkenne ich meine beruflichen Erfolge? Beispiele mit Anleitung und Vorlage

Wie erkenne ich meine beruflichen Erfolge? Was sind berufliche Erfolge? Hier findest du Beispiele und eine Anleitung inklusive Vorlage zum Download.

Kennst du deine beruflichen Erfolge? Kannst du anderen überzeugend davon erzählen? Sich über berufliche Erfolge bewusst zu sein, fördert das Selbstbewusstsein und deine Position in Vorstellungsgesprächen, Mitarbeitergesprächen, Kundenterminen. Wenn du dich beruflich neu orientierst, den Job wechseln willst oder dein Gehalt neu verhandeln möchtest, werde dir zuerst klar über deine Erfolge.

 

Warum du deine beruflichen Erfolge kennen musst

Es ist wichtig, dass du deine beruflichen Erfolge benennen kannst. Sind dir deine beruflichen Erfolge klar, wirst du selbstbewusster auftreten.

Nur, wenn du sie kennst, kannst du sie selbstbewusst vermitteln. Das gibt dir in Vorstellungsgesprächen, Gehaltsverhandlungen, Kundengesprächen eine solidere Basis.

Ohne falsche Bescheidenheit und ohne marktschreierische Übertreibung. Wenn du es nicht tust, wer dann? Erwarte nicht von deinem jetzigen Chef oder dem Personaler im Vorstellungsgespräch, dass er deine Erfolge einfach so aus deinen Bewerbungsunterlagen herausliest. Du musst es schon selbst formulieren – klar und nachvollziehbar.

berufliche Erfolge Übung

Über Erfolge sprechen: Schwierig für leise Menschen

Ich weiß, dass das gerade für leise, bescheidene Menschen, denen Fakten wichtiger als Selbstdarstellung ist, eine echte Herausforderung ist. Immer wieder kommen Kunden mit diesem Thema zu mir, weil sie hier feststecken.

Sie möchten ihren Job wechseln oder sich in ihrem Job weiterentwickeln, mehr Verantwortung oder andere Aufgaben übernehmen. Sie können zwar einen adretten Lebenslauf schreiben, aber es fällt ihnen schwer, ihre beruflichen Erfolge in Worte zu fassen.

Insgeheim glauben sie, nichts Besonderes geleistet zu haben oder denken, dass der Bereich in dem sie arbeiten zu speziell ist, um ihn anderen verständlich zu vermitteln.

Das ist falsch! Wenn du ein selbstbestimmtes, sinnerfülltes Berufsleben führen willst, solltest du deine Erfolge erkennen, würdigen und darüber sprechen können.

Du zweifelst oft an dir und denkst, es ist nur eine Frage der Zeit, bis du als Hochstapler auffliegst? Dann lies hier zum Hochstapler-Syndrom weiter.

Wenn du bewusster für deine Erfolge wirst, wird sich das natürlich auch langfristig positiv auf dein Selbstbild auswirken. Du änderst deine innere Haltung, dein „Mindset“ von „blind für Erfolge“ zu erfolgsbewusst. Yes!

 

Was, wenn du deine beruflichen Erfolge nicht kennst?

Wenn du deine Erfolge nicht kennst und nicht darüber sprichst, ist die Gefahr groß, dass du als bescheidene Arbeitsbiene ein ungesehenes Dasein fristest. Man wird froh sein, dass du einen guten Job machst und nicht viel verlangst.

Womöglich wird man dich unterschätzen. Oder du wirst dich selbst unterschätzen. Du wirst vielleicht insgeheim darauf warten, dass du irgendwann die Anerkennung für deine Arbeit bekommst. Das ist das Gegenteil von einem selbstbestimmtem Leben!

Deine beruflichen Leistungen und Erfolge – egal wie klein sie dir momentan noch erscheinen mögen – zu benennen, bedeutet auch, dass du dich selbst und deinen Weg wertschätzt.

Berufliche Erfolge Vorstellungsgespräch

Was ist beruflicher Erfolg?

Was bedeutet Erfolg? Viele definieren Erfolg als das Erreichen von Zielen. Lange hieß das im beruflichen Kontext: höher auf der Karriereleiter, mehr Gehalt, mehr Verantwortung.

Doch das ändert sich: Eine Studie von LinkedIn hat untersucht, wie Berufstätige Erfolg für sich definieren. Die Ergebnisse zeigen, dass Erfolg ganz individuell interpretiert wird. Gesund sein oder glücklich sein war Menschen wichtiger als ein hohes Gehalt oder berufliche Meilensteine. 

Der Duden beschreibt Erfolg als „positives Ergebnis einer Bemühung; Eintreten einer beabsichtigten, erstrebten Wirkung“. Hier wird deutlich, dass Erfolg die FOLGE deiner TATEN ist.

Die eine, allumfassende Definition von Erfolg, die für alles und jeden gleichermaßen gilt, gibt es nicht. Umso wichtiger ist es, dass du dir bewusst wirst, was beruflicher Erfolg für dich bedeutet.

Beruflicher Erfolg introvertiert

Vorstellungsgespräch Frage: „Was war Ihr größter beruflicher Erfolg?“

Eine typische Frage im Vorstellungsgespräch ist: Was ist Ihr größter Erfolg? Im Bewerbungsgespräch solltest du dich auf den beruflichen Kontext beziehen – auch wenn der mit „Ihr größter Erfolg“ nicht explizit vorgegeben ist. Dein ganz persönlicher größter Erfolg könnte ja durchaus einer sein, den du im Vorstellungsgespräch nicht mitteilen möchtest. Das ist absolut ok!

Achtung: Berufliche Erfolge sind nicht immer nur „Mega-Brüller-Meilensteine“, die alle in Staunen versetzen. Es können auch Projekte mit schwierigen Rahmenbedingungen o.ä. sein, die dir zunächst „normal“ und gar nicht so besonders vorkommen.

Spätestens beim Jobwechsel wird die Frage nach deinen Erfolgen also wichtig. Überlege dir, welche Leistungen du in der Vergangenheit geschafft hast.

Wichtig im Vorstellungsgespräch: werde so konkret wie möglich. Sonst besteht Blabla-Gefahr und nichts ist langweiliger als auswendig gelernte, leere Phrasen, die nichts mit dir und deinem Weg zu tun haben.

Deshalb findest du hier nun Beispiele und danach eine Anleitung zum Finden deiner eigenen beruflichen Erfolge (inklusive Download einer Vorlage).

 

Beispiele für berufliche Erfolge

Damit du dir besser vorstellen kannst, was mit beruflichen Erfolgen gemeint ist, findest du hier einige Beispiele für Erfolge im Job.

Beispiele für berufliche Erfolge:

  • Übernahme eines neuen Verantwortungsbereichs
  • Aufbau/ Umstrukturierung eines Aufgabenbereichs/ einer (neuen) Abteilung
  • Beteiligung an einer Umstrukturierung/Change-Prozess
  • Regelmäßige oder einmalige Großprojekte
  • Interdisziplinäres Arbeiten an einem Thema
  • Arbeiten in einem internationalen/standortübergreifenden Team
  • Projektarbeit an einem schwierigen Thema
  • Aufgaben, die mit einem großen/ besonderen/ außerplanmäßigen Budget zu tun hatten
  • Aufgaben, bei denen der Zeitfaktor schwierig war (wenig Zeit für die Organisation o.ä.)
  • Organisation einer Publikation
  • Organisation von Veranstaltungen/ Kongressen/ Workshops
  • Erfolgreiche Teilnahme an Weiterbildungen
  • Lösung für besonders anspruchsvolle Kunden oder schwierige Rahmenbedingungen erarbeitet
  • Gewinnung von Neukunden
  • erfolgreiche Verteidigung eines Kunden
  • Mitarbeit in Gremien
  • Repräsentative Aufgaben
  • Abschluss eines Studiums

Nun kannst du deine eigenen beruflichen Erfolge analysieren! Los geht’s. Du bekommst eine Anleitung.

 

berufliche Erfolge Übung

Anleitung: Wie erkenne ich berufliche Erfolge?

Da es so wesentlich ist, dass du erfolgsbewusster wirst, habe ich für dich eine Übung und Anleitung zusammengestellt. Diese Übung hilft dir, deine beruflichen Erfolge zu erkennen. Du würdigst, was du geschafft hast, du kannst anderen besser davon erzählen und deine Leistung in ein gutes Licht rücken (bspw. im Vorstellungsgespräch, in der Gehaltsverhandlung, Kundenterminen usw.).

Außerdem kannst du davon ausgehen, dass du auch zukünftig Erfolge haben wirst, wenn dir klar ist, wie genau dir die bisherigen gelungen sind. Du kannst dann von vergangenen Erfolgen auf zukünftige Erfolge schließen. Das ist doch wunderbar, oder?

Hier findest du eine Vorlage, um deine beruflichen Erfolge zu analysieren. Als Hilfe findest du in der Vorlage eine Tabelle mit Fragen und Anregungen um deinen Erfolg im Detail zu beschreiben. Wenn du in der Tabelle nicht alle Zellen für jeden Erfolg ausfüllen kannst, ist das ok.

Notiere alle Erfolge, unabhängig davon in welche berufliche Richtung du dich weiter entwickeln möchtest. Ein Erfolg, den du als Projektmanagerin in einem Software-Unternehmen erreicht hast, kann durchaus für deinen weiteren Weg in eine neue Branche oder ein neues Aufgabenfeld sein. Mit meinen Kunden mache ich das ausführlich. 

 

Berufliche Erfolge: Übung

Analysiere deine Erfolge und werde dabei so konkret wie möglich. Nenne Zahlen, Daten, Fakten. Wie viele Kunden, Aufträge, Einsparungen/ Gewinne sind durch deine Arbeit möglich geworden. Denk dabei an monetäre Faktoren (bspw: Mehreinnahmen, finanzielle Einsparungen), zeitliche (bspw. Reduzierung von zeitlichem Aufwand, kürzere Lieferzeiten) und inhaltliche (bspw: Verbesserung der Qualität, der Abläufe) usw.

1. Gib dem Erfolg einen Arbeitstitel. Benenne ihn.

Beispiel: Aufbau einer neuen Marktforschungs-Abteilung

2. Wann war das? (Zeitrahmen, Jahr, Dauer o.ä.)

Beispiel: 2018, Aufbau über 2 Jahre

3. Was macht das zu einem Erfolg?

Beispiel: Es mussten Grundlagen und Standards geschaffen werden. Es musste ermittelt werden, welchen Bedarf und welche Möglichkeiten es bei Kunden und intern im Unternehmen gibt.

4. Was war die größte Herausforderung dabei?

Beispiel: Das Bewusstsein für die Relevanz der Abteilung musste inhouse erst geschaffen werden. Das Budget war sehr klein und die Abteilung sollte sich innerhalb von zwei Jahren finanziell selbst tragen.

5. Was war das konkrete Ergebnis?

Beispiel: Funktionierende Marktforschungsabteilung mit drei Mitarbeitern und klaren Abläufen, die einerseits als interne Serviceabteilung aufgestellt ist, schnell auf Anfragen reagieren kann und als kompetenter Ansprechpartner für Kunden auftritt.

Hier kannst du dir die Vorlage für die Analyse deiner beruflichen Erfolge sofort und kostenfrei herunterladen.

Nimm dir die Zeit und finde deine Erfolge. Du wirst so viel selbstbewusster durchs Leben gehen und kannst dann dein sinnerfülltes Berufsleben bewusst gestalten!

Daran merkst du, dass du reif für den Jobwechsel bist

Daran merkst du, dass du reif für den Jobwechsel bist

Heute erzähle ich dir, woran du merkst, dass es Zeit für einen Jobwechsel ist. Außerdem gebe ich dir Hinweise, wie du den Wechsel dann auch trotz aller Bedenken schaffst. Das Gefühl, dass du und dein Job nicht zusammenpassen, solltest du nicht länger ignorieren.

Wachst du manchmal mit diesem faden Gefühl auf, dass du etwas Sinnloses tust?

Jobwechsel: Ja oder nein?

Dein Job erfüllt dich nicht, deine Arbeit ist sinnlos und du sehnst dich montags schon nach Freitag. Du zählst die Tage bis zum nächsten Urlaub oder – noch schlimmer – bis zur Rente?

Vielleicht solltest du den Job wechseln – aber ach, es gibt so viele Gründe die dagegensprechen und das ist ja auch gar nicht so einfach…

Egal wie sehr du versuchst, dieses seltsame Gefühl, dass du hier falsch bist, über den Tag abzuschütteln, ein Teil bleibt doch an dir haften. Du hörst es immer noch in dir murmeln, dass etwas nicht stimmt.

Jobwechsel: Nimm das Gefühl ernst, dass dein Job nicht passt.

Du kannst dieses Murmeln, dass hier etwas nicht passt, beiseiteschieben, es leiser drehen. Aber es ist nie ganz weg.

Die Gründe, warum Viele dieses Gefühl ignorieren: Sie haben Angst vor einer Veränderung, Angst vor einem Jobwechsel, Angst eine falsche Entscheidung zu treffen oder das „eine Richtige“ nicht zu finden, das sie erfüllt.

Sie sind überfordert, weil sie denken, sofort (!) etwas Großes (!!) verändern zu müssen (!!!).

Das erschlägt einen ja förmlich! Das überfordert und bremst aus.

Die Angst vor Veränderung ist normal.

Die Angst vor Veränderungen ist normal. Warum? Weil die Unsicherheit und der „Schmerz“ der Veränderung vor der Freude über das Erreichte kommt.

Du kannst es dir so vorstellen: Wenn du von jetzt und hier in die Zukunft schaust, siehst du zuerst diese Unsicherheit, die den Blick auf den Erfolg verstellt. Den Erfolg kannst du noch nicht erkennen und drückst dich dann davor, überhaupt loszugehen.

Das ist also normal.

Und nun?

Das eine ist das Denken, das andere das Tun.

Bei den meisten Menschen sind diese beiden nicht befreundet.

Das eine ist, über eine sinnvolle Karriere, ein erfüllendes Berufsleben nachzudenken – Das andere, tatsächlich etwas zu verändern, tatsächlich den Job zu wechseln.

Wann ist denn die Zeit reif für einen Jobwechsel?

Ich gebe dir hier Faktoren, an denen du dich orientieren kannst. Ich hoffe, dass du damit dein vages Gefühl einordnen und eine passende Entscheidung treffen kannst.

Ist einer, mehrere oder alle diese Faktoren über 6 Monate gegeben, solltest du den Job wechseln.

Die Jobwechsel-Checkliste

  • Dein Job macht dir keine Freude. Du bist nicht engagiert bei der Sache.
  • Du langweilst dich und deine Entwicklung stagniert.
  • Du bekommst keine Rückmeldung und Wertschätzung zu deiner Arbeit. Du fühlst dich nicht eingebunden.
  • Es geht dir gesundheitlich nicht gut (Kopf-/ Rücken-/ Magenschmerzen, ständige Infekte). Du bist oft erschöpft und kraftlos.

Es kann auch sein, dass du schneller merkst, dass du und der Job nicht zusammenpassen. Dann musst du natürlich nicht 6 Monate warten.

Jobwechsel: Ja oder nein? Beachte das:

Wichtig: Wenn du mal einen Durchhänger hast, dich mal von Kollegen oder Vorgesetzten unfair behandelt fühlst, dann ist das ärgerlich, aber noch kein Grund alles hinzuschmeißen.

Prüfe vor einem Jobwechsel, wie du das jeweilige Thema verbessern kannst. Hole dir aktiv Feedback zu deiner Arbeit ein.

Du hast bereits auf mehrere Weisen versucht, diese Faktoren zu verändern und es hat sich nichts getan? Dann heißt es für dich:

Triff die Entscheidung, zu gehen und plane deinen Jobwechsel.

Vertrau dabei auf deine eigene Einschätzung der Situation. Tausend andere Menschen machen diesen Job vielleicht mit voller Begeisterung. Das hilft aber nichts, wenn du dich dabei zu Tode langweilst, abrackerst oder innerlich verhungerst.

Eine gute Lösung liegt hier im Schritt-für-Schritt-Tun. Auch einen Jobwechsel kannst du zielgerichtet in kleinen Schritten planen. Du musst nicht kopflos und über Nacht deinen Job quittieren und sofort alle Brücken hinter dir abbrechen.

Werde in punkto Jobwechsel konkret.

Mal angenommen, du wünschst dir einen sinnvolleren Job.

Wie konkret weißt du schon, was du suchst? Hast du dir schon überlegt, was da in Frage kommt? Soll dein Jobwechsel nur ein Unternehmenswechsel sein oder möchtest du auch inhaltlich etwas Anderes tun?

Um einen sinnvollen Job zu finden, musst du erst klären, was “sinnvoll” für dich bedeutet. Darum findest du hier Hinweise, die dir bei deiner Sinnsuche helfen.

Eine wirkliche berufliche Neuorientierung braucht in den meisten Fällen Zeit. Das solltest du wissen. Was bringst du schon mit für den neuen Job? Was musst du noch lernen?

Was ist wichtig, um klug deinen nächsten beruflichen Schritt zu planen? In diesem Beitrag zeige ich dir eine einfache Vorgehensweise für berufliche Veränderung – auch wenn du jetzt noch gar nicht genau weißt, wo du beruflich hinwillst.

Bleib nicht allein.

Eine wichtige Info zum Schluss: Wende deine Gedanken zum Jobwechsel nicht immer nur allein in deinem Kopf von links nach rechts, von unten nach oben.

Such dir positiv gestimmte Menschen in deinem Umfeld mit denen du dich vertrauensvoll austauschen kannst. Wende dich an Menschen, die das schon erreicht haben, was du auch willst (die bspw. als Quereinsteiger in einer bestimmten Branche arbeiten oder in einem Unternehmen arbeiten, das du gut findest).

Frag sie, wie sie das geschafft haben. Spring über deinen Schatten und tu es einfach.

Viel Freude!

 

So findest du einen sinnvollen Job

So findest du einen sinnvollen Job

Hier erfährst du, was Sinn ist, warum wir ihn suchen und wie du ihn findest. Viele Angestellte wünschen sich mehr Sinn in ihrem Job. Um einen sinnvollen Job zu finden, musst du zunächst klären, was Sinn für dich überhaupt bedeutet.

Hand aufs Herz: Auf einer Skala von 0 bis 10 wie sinnvoll findest du deine Arbeit?

Immer mehr Menschen wünschen sich eine sinnvolle Arbeit. Sie stellen sich vor, dass sie in der Arbeit total aufgehen und mit Freude dabei sind, wenn sie etwas Sinnvolles tun.

Warum stellen sich eigentlich so viele Menschen die Frage nach einem sinnvollen Job? Sollte es nicht ausreichen, einfach zu tun, was „man“ so tut um ein gutes und erfülltes Leben zu führen?

Warum stellen wir uns die Frage nach dem Sinn?

Denken wir mal an unsere Ururgroßeltern. Familientraditionen, die Zugehörigkeit zu einer Schicht und die Religion haben ihr Leben und ihre Berufe bestimmt. Es war klar, was sie zu tun hatten.

Unsere Ururgroßeltern stellten sich kaum die Frage, ob ihre Tätigkeit als Schuster, Korbmacher oder Richter sinnvoll ist. Sie taten einfach, was man eben tat und was für einen vorgesehen war. (Ich verkürze die historischen und soziologischen Details für bessere Lesbarkeit.)

Man könnte sagen, für unsere Ururgroßeltern war klar, wie der Film ihres Lebens verläuft.

Früher war klar, wie ein gutes Leben verläuft

Wir leben heute in einer Zeit, in der durch unsere Geburt nicht mehr ein bestimmter Lebens- und Berufsweg vorgegeben ist.

Wir haben heutzutage die Wahl. Ständig.

Solange das Berufsleben stimmig ist und alles passt, stellen wir uns nicht die Frage, ob es sinnvoll ist. Die Sinnfrage kommt meist erst dann auf, wenn wir keinen Sinn mehr sehen, in dem was wir tun. Wenn er uns fehlt oder irgendwie „abhandengekommen“ ist.

Wir suchen Sinn, wenn er fehlt

Das kann durch innere oder äußere Krisen ausgelöst werden. Beispiele wären hier Burnout, Kündigung, aber auch Krisen in anderen Lebensbereichen wie eine Trennung, Krankheit, ein Todesfall. Nach einer solchen tiefgehenden Krise fragen wir uns: Wofür tue ich das? Welchen Sinn ergibt das?

Eine sinnvolle Karriere ist nicht losgelöst von deinem Leben als Ganzes. Dein Job ist ja Teil deines Lebens. Und wer einen Sinn im Leben sieht oder sucht, der wünscht sich auch eher einen dazu passenden Job. Der sinnvolle Job und das sinnvolle Leben hängen zusammen.

Was ist dein Auslöser für deine Frage nach sinnvoller Arbeit?

Was ist deine Krise? Das kann auch eine „kleine“ Krise sein.

Für immer mehr Menschen ist es wichtig, dass sie etwas Sinnvolles tun. Sie wollen ihre Zeit und Arbeitskraft in etwas stecken, für das sie gerne morgens aufstehen.

Was Menschen allerdings unter „Sinn“ verstehen, was sie als sinnvoll empfinden und was nicht, ist sehr unterschiedlich.

Was ist Sinn?

Laut Wörterbuch ist Sinn unter anderem die „innere Beziehung zu etwas“, die „Bedeutung“. Richtig interessant wird es, wenn man sich anschaut, woher das Wort kommt. Ursprünglich bedeutete Sinn eigentlich „Gang, Reise, Weg“, „eine Richtung nehmen, eine Fährte suchen“.

Hier wird schon deutlich, dass Sinn nichts Festes ist, sondern eher mit einer Reise, einer Suche zu tun hat.

Sinn ist also nicht das Ziel, sondern der Weg.

Was gibt es noch über Sinn zu sagen?

Sinn ist subjektiv und veränderlich

Das was wir als sinnvoll empfinden, kann und darf sich verändern. Ein Sinneswandel ist absolut ok!

Denk einmal an die Zeit vor zehn oder zwanzig Jahren. Was hast du damals als sinnvoll empfunden? Findest du das heute noch sinnvoll? Schmunzelst du darüber oder vermisst du es? Wie hat es damals dein Handeln und dein Leben beeinflusst?

Wir geben den Dingen den Sinn

Ein Job hat keinen Sinn. Es klingt erst einmal seltsam, wenn ich sage, dass nichts jemals einen Sinn hat. Das ist der Grund: Ein Job, so wie alles andere auch, kann nicht an sich Sinn haben. Es ist die Bedeutung, die du deinem Tun gibst, die es sinnvoll macht.

Es gibt keine Liste mit sinnvollen Jobs, aus denen du dir nur einen aussuchen müsstest und alles wäre geregelt. Allerdings gibt es Faktoren, die für viele Menschen eine Rolle spielen und die die Wahrscheinlichkeit erhöhen, dass du deinen Job als sinnvoll erlebst.

Vielleicht fragst du nun: Was ist denn mit den ganzen sozialen und helfenden Berufen? Sind die etwa nicht sinnvoll?

Ein klares Jein!

Zwei Sichtweisen auf sinnvolle Arbeit

Denn sinnvolle Arbeit kann zweierlei sein:

  1. das, was gesellschaftlich als sinnvoll betrachtet wird und
  2. das, was individuell als sinnvoll erlebt wird.

Natürlich gibt es eine gesellschaftlich vorherrschende Ansicht dazu, was eine sinnvolle (und gesellschaftlich wichtige) Tätigkeit ist. Hier werden bspw. Ärztinnen, Pflegepersonal, Lehrerinnen usw. genannt.

Das bedeutet aber nicht, dass Menschen, die diese Jobs machen, ihren Job auch als sinnvoll erleben.

Was bedeutet das für dich? 

Du musst nicht in den sozialen Bereich wechseln, Ärztin werden oder bei einer Non-Profit-Organisation arbeiten, um dein Berufsleben sinnvoll zu finden. Auch einen Job als Marketing Manager, Vertriebler oder Teamassistenz kannst du als sinnvoll erleben.

Deine Sinnerfüllungs-Aufgabe

Um einen sinnvollen Job zu finden, musst du erst klären, was „sinnvoll“ für dich bedeutet. Darum findest du hier Impulse, die dir bei deiner Sinnsuche helfen.

Befrage dich selbst

Bei welchen Tätigkeiten hast du das Gefühl, etwas Sinnvolles zu tun?

Denk hier an Aufgaben aus deinem aktuellen oder früheren Jobs. Notiere alle Tätigkeiten, die dir einfallen. Nichts ist zu „groß“ oder zu „klein“.

Falls es dir schwerfällt, sinnvolle Tätigkeiten zu finden, gehe so vor:

Stell dir vor, ein Wissenschaftler untersucht dein Berufsleben. Er hat ein Mittel, das sinnvolle Momente grün einfärbt. Im Labor kann er sich unter dem Mikroskop dein Berufsleben genau anschauen und die grün leuchtenden sinnvollen Tätigkeiten ganz leicht finden. Was sieht er da? Wie viel grünes Leuchten sieht er? Wodurch wird dieses Leuchten hervorgerufen?

Lass dich von anderen inspirieren

Darüber hinaus kannst du dich auch von anderen inspirieren lassen.

Von wem denkst du, dass er oder sie eine sinnvolle Arbeit macht?

Was genau findest du so sinnvoll daran?

Ist es die Arbeit an sich? Ist es die Art und Weise? Ist es das Umfeld, in dem die Person arbeitet?

Siehst du den Sinn in einem besonderen Beitrag?

Was von der Tätigkeit würdest du auch gerne machen? 

Sinnvoller Job: Bring deine Erkenntnis auf den Punkt

Was ist deine wichtigste Erkenntnis zu diesem Thema?

Wie kannst du das in deinem Alltag integrieren?

Alles noch so kluge und komplexe Denken bringt dir rein gar nichts und jede noch so verwinkelte, schlaue Theorie ist nutzlos, wenn du sie nicht umsetzt.

Also: Welche große oder kleine Sache wirst du ab jetzt anders machen um Schritt für Schritt sinnerfüllter zu arbeiten?