Wie gelingt berufliche Neuorientierung? Was ist wichtig, um klug deinen nächsten beruflichen Schritt zu planen?

Im Artikel zeige ich dir eine einfache Vorgehensweise für berufliche Neuorientierung – auch wenn du jetzt noch gar nicht genau weißt, wo du beruflich hinwillst.

Eine konkrete Anleitung für berufliche Neuorientierung

Wenn du angestellt bist und dich beruflich verändern willst, aber noch nicht weißt in welche Richtung oder wenn du nicht weißt, woran du bei deinem nächsten beruflichen Schritt denken solltest, findest du hier konkrete Antworten.

Du fragst dich, wie du aus deinen manchmal noch etwas luftigen Ideen und Vorstellungen jetzt einen Job machen kannst. Vielleicht denkst du auch: „Das, was ich beruflich gerne machen würde, das geht ja nicht, weil ich die Qualifikation nicht habe.“ Auch hierzu gebe ich dir Tipps.

Das erwartet dich:

Du erstellst einen Überblick über all das, was du bisher gelernt hast und kannst. Du erstellst einen Ist-Zustand deines beruflichen Ichs mit allem was dazu gehört. Dann formulierst du wo du beruflich hin möchtest. Durch einen Vergleich des Ist-Zustandes mit diesem Berufsbild findest du heraus, was schon da ist und was du noch entwickeln musst.

So kannst du die nächsten Schritte für deine berufliche Neuorientierung logisch ableiten. Warum du bei deiner beruflichen Neuorientierung aber nicht realistisch sein solltest, kannst du hier lesen.

berufliche Neuorientierung in 3 Schritten

Mit diesen drei Schritten gelingt deine berufliche Veränderung, so dass du langfristig zufriedener und sinnerfüllter im Job bist.

  1. Der erste Schritt: Du brauchst Klarheit über dein Profil
  2. Der zweite Schritt: Leg dein berufliches Ziel fest
  3. Der dritte Schritt: Start-Ziel-Vergleich

1. Schritt: Klarheit über dein berufliches Profil

Zuerst musst du dir Klarheit über dein aktuelles berufliches Profil verschaffen. Dazu gehören deine Fähigkeiten und Kompetenzen, deine Lieblingstätigkeiten und deine Stärken.

Deine Leitfrage für diesen Schritt lautet: Worin kennst du dich gut aus und was kannst du?

Notiere einmal alle Fähigkeiten und Kompetenzen, über die du verfügst. Schreib alles auf, das dir einfällt, auch Fähigkeiten, die sich scheinbar nur marginal unterscheiden. Dazu gehört Fachwissen, aber auch deine übertragbaren Fähigkeiten (unabhängig vom Inhalt).

Denk bei Fähigkeiten, Wissen und Können an:

  • deine aktuelle und auch frühere Beschäftigungen
  • ehrenamtliche Tätigkeiten
  • Hobbys und dein Privatleben
  • Aus- und Weiterbildungen, die du absolviert hast oder sonstige Qualifikationen
  • Welche Abschlüsse hast du gemacht?
  • Was hast du sonst noch gelernt? Was hast du „on the job“ gelernt?

Man könnte sagen, du erstellst einen Ist-Zustand deines beruflichen Ichs. Mit allem was dazu gehört. Dabei kann es auch sehr hilfreich sein, sich die eigenen beruflichen Erfolge bewusst zu machen. Hier findest du eine Anleitung um deine beruflichen Erfolge zu benennen sowie Beispiele und eine kostenfreie Vorlage zum Finden deiner beruflichen Erfolge.

Du glaubst, du kannst nix und es ist nur eine Frage der Zeit, bis das auffliegt? Dann bist du eventuell vom Hochstaplersyndrom betroffen. Hier erfährst du, was das Hochstaplersyndrom ist und was du tun kannst.

2. Schritt: dein berufliches Ziel

Finde dein berufliches Ziel.

Vielleicht denkst du jetzt: Haha, genau das weiß ich ja nicht!!

Und ich sage dir: Damit bist du nicht allein. Das ist eine Aufgabe, bei der sich Viele schwer tun. Oder sie zögern, sich wirklich damit zu beschäftigen. Insbesondere, wenn sie beruflich etwas „ganz anderes“ oder etwas „ziemlich anderes“ tun möchten oder schlichtweg keinen blassen Schimmer haben, wohin ihre berufliche Reise gehen soll.

Was will ich beruflich? Zwei Wege, es herauszufinden

Nun die gute Nachricht: Es gibt verschiedene Wege wie du dein berufliches Ziel bestimmen kannst. Ich stelle dir hier zwei Wege vor. Beide haben ihre Berechtigung. Einer von beiden wird dich vermutlich in deiner jetzigen Situation mehr ansprechen.

Der erste Weg: Ich nenne ihn auch den „großen Weg“:

Durch eine Vision zu beruflicher Neuorientierung

Eine Vision ist ein Motor für berufliche Veränderung.

Bei diesem Vorgehen denkst du groß und entwickelst eine Vision von deinem Leben. Was möchtest du erreicht haben? Welches Leben möchtest du rückblickend geführt haben? Was möchtest du bewirkt haben?

Von dieser großen Vision ausgehend, kannst du ableiten, womit du dich beschäftigen möchtest, was du beruflich und/oder privat tun kannst um diese Vision wirklich werden zu lassen.

Du schaust quasi rückwärts und fragst dich dann, welche Schritte du bis zu deiner Vision getan haben musst. Welche Schritte dich dorthin führen. Es kann durchaus eine gewisse Zeit dauern, eine eigene Vision zu entwickeln und reifen zu lassen.

Also hab Geduld. Viele kleine Schritte werden dich dahin führen, dass du deine Vision lebst. Erwarte nicht, dass der nächste Karriereschritt sofort die absolute Erfüllung bringt. Viele kleine Schritte führen dich aber mehr und mehr auf deinen eigenen, selbstbestimmten Weg. Und mit jedem wächst du ein bisschen mehr in deine Vision hinein.

Vielleicht kennst du auch die sog. Bucket-List? Das ist eine Art To-Do-Liste für dein Leben. Eine solche zu erstellen, kann dir auch helfen, zu erkennen, worum es dir im Leben geht.

„Weg von hier“ als Veränderungsmotor!

Ok, und hier nun der zweite Weg: Ich nenne ihn auch den „kleinen Weg“.

Wann solltest du den kleinen Weg nehmen? Wenn du es dir hier und jetzt ganz einfach machen möchtest und wenn es schnell gehen soll. Wenn du dich jetzt nicht mit dem Thema „Vision“ beschäftigen möchtest.

Du bist nicht sicher, ob es Zeit ist den Job zu wechseln? Hier findest du eine Checkliste und Antworten auf die Frage „Jobwechsel: Ja oder Nein?„.

Und so gehst du den kleinen Weg: Stell dir die Frage: Was soll in deinem nächsten Job anders sein? Was willst du nicht mehr? Was soll stattdessen sein? Welche kleinen oder größeren Dinge sind das?

Welchen Weg du auch wählst, den großen oder den kleinen, notiere dir deine Gedanken dazu. Zu welchem beruflichen Ziel führt dich der „große“ oder der „kleine“ Weg?

 

3. Schritt: Profil und Ziel abgleichen

Im dritten Schritt gleichst dein jetziges berufliches Profil mit allem, was dazugehört – Stärken, Qualifikationen, Interessen usw. – mit deinem Ziel ab. Du vergleichst beides systematisch. An dieser Stelle wirst du erkennen, wo es „Lücken“ gibt, welchen Entwicklungsbedarf es also noch gibt.

Der Entwicklungsbedarf ist ein wichtiger Punkt. Wenn du beruflich etwas anderes machen möchtest, gibt es sehr wahrscheinlich Fähigkeiten, die du noch entwickeln musst oder Kenntnisse, die du dir aneignen musst.

Steck bitte nicht den Sand in den Kopf. Berufliche Entwicklung geht generell nicht zack-zack. Insbesondere, wenn du dich beruflich neu orientierst, also deinen beruflichen Schwerpunkt wirklich neu ausrichtest, kann das ein bis zwei Jahre dauern bis du Fuß fasst.

Aus dem Sart-Ziel-Vergleich kannst du ganz logisch deine nächsten Schritte ableiten.

 

Berufliche Neuorientierung: Ein Beispiel

Hier findest du ein konkretes Beispiel, wie jemand eine berufliche Veränderung angeht.

Eine studierte Kommunikationswissenschaftlerin hat lange in der Werbebranche gearbeitet. In einer Agentur betreut sie Kunden und verkauft Werbeplätze für Online- und Printmedien. Lange hat sie den Traum, Kultur- und Kunstevents zu managen und jetzt möchte sie das nicht mehr beiseiteschieben.

Beispiel: Wechsel aus der Werbebranche in den Kulturbereich

Sie macht also eine Bestandaufnahme wie oben in Schritt 1 beschrieben und gleicht ihr aktuelles Profil mit ihrem Zielberuf ab. Dafür schaut sie auch einfach nach Stellenanzeigen im Kunst- und Kulturbereich, die sie spannend findet.

Sie hält Folgendes fest:

Das sieht sie als ihre Stärken: Sie ist ein Machertyp, sie findet kreative Lösungen, hat ein schauspielerisches Talent und kann andere gut damit unterhalten.

Sie hat einen Studienabschluss, fachbezogene Weiterbildungen für die Werbung, Weiterbildungen in Kommunikation und Teamarbeit, außerdem gute Werbebranchenkenntnisse und Englischkenntnisse und ist technikaffin. Einiges an Erfahrungen aus der Werbebranche kann ihr auch im neuen Wunschbereich hilfreich sein. Sie hat viele Kontakte in der Werbebranche, kennt sich mit Werbeplatzierungen, Sponsoring und natürlich Werbekosten aus. Themen, die auch am Rande in einer neuen Position nützlich sein könnten.

Bisher hat sie keine beruflichen Erfahrungen im Kultur- und Kunstbereich. Lediglich privat angesammeltes breites Wissen zu zeitgenössischer Kunst und Kultur.

Als Ergebnis des Vergleichs hält sie fest, was ihr im Wesentlichen noch fehlt für den Wunschjob. Das weiß sie, weil sie einfach in Stellenanzeigen geschaut hat, was gefordert wird.

Für ihren Wunschjob fehlen ihr:

  • Berufserfahrung im Kunst- und Kulturbereich
  • Fachkenntnisse im Eventmanagement
  • Kenntnisse in Bezug auf Förderprogramme und Stiftungen
  • Kontakte im Kunst- und Kulturbereich

Diese Lücken will sie nach und nach schließen um Schritt für Schritt in den neuen Bereich hineinzuwachsen.

Die nächsten Schritte planen:

Sie beschließt also: Sie wird Kontakt zu einem lokalen Verein aufnehmen, der ein Kulturfestival veranstaltet. Dort möchte sie sich ehrenamtlich engagieren. Außerdem wird sie prüfen, inwiefern eine Weiterbildung oder ein Aufbaustudium im Eventmanagement nützlich ist. Sie wird ihr Netzwerk systematisch ausweiten, um Menschen im Kunst- und Kulturbereich kennenzulernen und von ihnen auch noch mehr über die Arbeit und Einstiegswege in diesen Bereich zu erfahren.

Deine nächsten Schritte

Welchen der drei Schritte hast du schon durchgeführt? Welche Erkenntnisse hast du gewonnen? Für welchen Weg entscheidest du dich?

Hast du noch eine Frage? Lass es mich gerne wissen!

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