Wie treffe ich die richtige Entscheidung? Die gruseligsten Irrtümer und Hinweise für wirklich gute Entscheidungen

Wie treffe ich die richtige Entscheidung? Die gruseligsten Irrtümer und Hinweise für wirklich gute Entscheidungen

Wie kann man die richtige berufliche Entscheidung treffen? Weit verbreitete Irrtümer zu Entscheidungen und Hinweise für wirklich gute Entscheidungen findest du hier.  

Verhungert. Obwohl genug Futter da ist.

Der sprichwörtliche Esel verhungert zwischen zwei gleich großen und gleich weit entfernten Heuhaufen. Weil er sich nicht entscheiden kann.

So geht es auch vielen Angestellten und Selbständigen. Sie verhungern innerlich, obwohl es berufliche Alternativen gäbe. Doch sie können sich einfach nicht entscheiden. Wie soll man in dieser komplexen, unübersichtlichen Welt die richtige Entscheidung treffen?

Ganz oft höre ich von meinen Kundinnen, dass sie sich schwertun mit Entscheidungen. Sie sind beruflich unzufrieden, haben ihren Angestelltenjob satt oder sind als Selbständige im Überforderungskreisel.

Sie wollen sich richtig entscheiden. Am besten wollen sie die perfekte Option finden.

Gleichzeitig haben sie mehr oder weniger bewusst Angst, sich für etwas Falsches zu entscheiden, Angst, die perfekte Möglichkeit zu verpassen, Angst, eine Entscheidung nicht rückgängig machen zu können.

Was Viele denken, was eine gute Entscheidung ist:

  1. Alle Informationen zur Beurteilung sammeln.
  2. Die Optionen abwägen.
  3. Die perfekte Option wählen. 

Allerdings erlebe ich oft, dass Menschen schon bei Punkt 1 (Informationssammlung) steckenbleiben. Denn selbstverständlich haben wir potenziell unendlich viele Informationen zur Verfügung und mit jedem Tag kommen neue hinzu.

Das Abwägen von Optionen ist eine gute Sache. Hier sollte dir allerdings klar sein, dass es keine Option ohne Nachteile gibt. Die Frage ist, ob du bereit bist, die Kröte zu schlucken. Die perfekte Option gibt es also nicht, nur eine für dich passende zum jetzigen Zeitpunkt.

Wie kannst du also eine gute, stimmige Entscheidung treffen?

Vermeide diese 5 Irrtümer bei deinen Entscheidungen

Hier erläutere ich dir die gruseligsten Irrtümer über Entscheidungen.

Irrtum 1: Informationen sammeln bis zum Umfallen.

Du kennst dich dann wahnsinnig gut aus, hast aber trotzdem keine Entscheidung getroffen. Im Gegenteil, du findest immer mehr Möglichkeiten, immer mehr Vor- und Nachteile für jede Option. Deine Zweifel wachsen, du versinkst in Eventualitäten und Zukunftsszenarien. Du hast den Eindruck, dass es für dich einfach keine richtige Option gibt und du unmöglich eine gute Entscheidung treffen kannst.

Irrtum 2: Hinz & Kunz um ihre Meinung bitten.

Frag nicht die falschen Leute. Die meisten Menschen fragen andere um ihre Meinung. Das ist aber nur sinnvoll, wenn die Menschen etwas Qualitatives dazu beitragen können. Meist gibt dir dein Umfeld nur eine Bauchgefühl-Einschätzung, was sie selbst für realistisch halten. Das kann aber völlig an dir und deinem Potenzial vorbeigehen.

Irrtum 3: Keinen Fehler machen wollen.

Lass dich nicht von deinen Angstgefühlen, der Angst zu Scheitern, der Angst vor einer Fehlentscheidung leiten. Nimm sie wahr, gib diesen Gefühlen Raum, z.B. indem du sie aufschreibst und sie somit erst einmal „aus dem Kopf sind“.

Aaaber: Diese Gefühle sind keine in Stein gemeißelten Wahrheiten. Sie sind das Ergebnis deiner bisherigen Erfahrungen und deines Selbstbildes. Schon von klein auf werden wir zur Fehlerminimierung hin erzogen. In der Schule werden bei Fehlern Punkte abgezogen und es gibt schlechtere Noten. Die meisten von uns wurden nicht für das gewürdigt, was richtig war, sondern wurden gerügt für die Fehler (bzw. Abweichungen von der Norm).

Auch in den meisten Unternehmen gibt es keine kluge Fehlerkultur, in der man offen mit Fehlern umgeht und Erkenntnisse aus ihnen zieht. Also gewöhn dich an den Gedanken, dass du Fehler machen wirst oder dass du im Nachhinein etwas als Fehler deklarieren wirst – was unfair dir selbst gegenüber ist.

Im Nachhinein mit mehr Wissen ist es leicht (und unfair!), eine Entscheidung zu verurteilen. Je klarer du dir insgesamt bist, desto eher kannst du flexibel und konstruktiv mit Fehlern umgehen und die Erkenntnisse in deinen Weg integrieren.

Irrtum 4: Eine perfekte Entscheidung anstreben.

Du kannst jetzt nicht zu 100% wissen, wie dein Leben nach dem Branchenwechsel aussieht oder wie bisherige Kunden auf eine Schärfung deines Angebots reagieren. Eine gewisse Unsicherheit gehört zum Leben dazu und gilt für alle Menschen gleichermaßen.

Irrtum 5: Aufschieben, aussitzen, nicht entscheiden.

Nicht entscheiden kostet Energie, denn der Ballast, den du vor dir herschiebst, der Berg wird immer größer und sitzt dir im Nacken. Das führt zu Stress und kann mental erschöpfen. Letztlich überlässt du es den Umständen, wie sich dein Leben, dein Job, dein beruflicher Weg weiterentwickelt. Ob die von außen getroffene Entscheidung in deinem Sinne ist, ist sehr fraglich. In jedem Fall kannst du nur mit aktiver Entscheidung ein selbstbestimmtes, sinnerfülltes Leben führen.

 

Beherzige diese Hinweise für gute Entscheidungen:

Hinweis 1: Konkretisiere das Thema.

Finde zuerst heraus, worum es überhaupt genau geht. Geht es darum einen neuen Job mit mehr Verantwortung in einem anderen Unternehmen derselben Branche zu finden oder geht es darum, herauszufinden, welche Arbeit überhaupt zu dir passt? Steht hinter deinem vermeintlichen Problem vielleicht noch ein anderes? Dann arbeite mit dieser Fragestellung fokussiert weiter.

Hinweis 2: Begrenze die Zeit.

Setze dir einen Termin bis wann du Informationen sammelst und abwägst. Bestimme den zeitlichen Aufwand für die Recherche von Informationen und Möglichkeiten. Leg einen Termin fest, an dem du dich (spätestens) entscheidest.

Hinweis 3: Optionen abwägen.

Benenne die Optionen für dein konkretes Thema (siehe Hinweis 1!!). Du wirst logischerweise andere Optionen finden für die Frage „Bei welchem Unternehmen will ich als Marketing-Manager arbeiten?“ als für die Frage „Welche Arbeit passt überhaupt zu mir?“. Liste Vor- und Nachteile der Optionen auf. Wenn du dich beruflich neu orientieren möchtest, musst du gewohnte Wege verlassen, vielleicht eine Weile weniger verdienen oder in einem neuen Berufsfeld in niedrigerer Position einsteigen. Sind dir Vor- und Nachteile klar? Kannst du mit den Nachteilen leben?

Hinweis 4: Sprich mit den richtigen Leuten.

Frag nur Menschen nach Rat, die sich mit dem Thema auskennen oder die so ein Problem schon einmal gelöst haben. (Nochmal ganz konkret: In den meisten Fällen sind das nicht deine Freunde oder Familienmitglieder und Kollegen!)

Hinweis 5: Nicht alles auf einmal.

Geh kleine Schritte. Entscheide nur das, was jetzt dran ist und sinnvoll entscheidbar ist. Beobachte die Ergebnisse. Justiere nach. Entscheide dich gegebenenfalls um. (Konkret: Du musst dir jetzt keine Gedanken über die Schule der Kinder bei einem eventuellen Umzug machen. Stattdessen könntest du jetzt entscheiden: dir am soundsovielten 2 Stunden Zeit zu nehmen um – siehe Hinweis 1 – herauszufinden, was eigentlich deine aktuelles Problem ist. Oder du könntest überlegen, welche Rahmenbedingungen deine Arbeit haben soll. Oder oder…. Kläre die Fragen, die jetzt dran sind. Unter Umständen ist ein Umzug sowieso hinfällig. Eins nach dem anderen.)

Hinweis 6: Kenne dich selbst.

Kenne dich selbst und wisse wohin du willst. Je besser du dich selbst und deine Werte kennst und auch Ernst nimmst, je klarer du weißt, wofür du stehst und was du mit deinem Leben anstellen willst, desto leichter fallen dir (auch große) Entscheidungen. Kenne dein berufliches Ziel. Du möchtest selbstbestimmt und frei leben, Dankbarkeit kultivieren und die Welt ein bisschen besser machen mit deiner Arbeit (vielleicht indem du dich für Umweltschutz einsetzt oder Marketing für Nachhaltigkeit machst)? Das schließt einige Optionen bei der Jobwahl aus, andere drängen sich fast auf.

Hinweis 7: Neugierig und mit Vorfreude.

Wir können die Konsequenzen unserer Entscheidungen und unseres Handelns nicht 100%ig vorhersagen. Das ist ein Fakt und er betrifft uns alle. Also umarme die Unsicherheit und sag neugierig Hallo zu allem, was noch kommt. Hey, da können auch Dinge dabei sein, die viel besser sind als du erwartet hast.

 

Ein selbstbestimmtes, sinnerfülltes Berufsleben hat rein gar nichts mit einer perfekten Entscheidung zu tun.

Ein selbstbestimmtes, sinnerfülltes Berufsleben ist ein Prozess.

Du führst es, wenn du dich selbst kennst, mit dir und deiner Arbeit im Reinen bist – Schritt für Schritt, jeden Tag ein kleines bisschen mehr.

Perfekt oder lebendig? Entscheiden oder aufschieben? Wie hältst du es?

Bild von Vogel

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