Beruflich weiterkommen: So bezwingst du das Aufschiebemonster

Wir Menschen sind Meister des Aufschiebens. Manche Dinge erledigen wir nicht oder erst sehr sehr spät – obwohl wir durchaus die Möglichkeit und Fähigkeit hätten, es früher zu tun.

Ich beschreibe dir heute ein ganz einfaches Vorgehen, das dir Klarheit bringt. Es hilft dir, wenn du gerade nicht weiter weißt, blockiert bist, irgendwie auf der Bremse stehst.

Heute ist genau der richtige Tag, eine erfüllende, farbenfrohe und facettenreiche Zeit einzuläuten.

Los geht’s!

Mit dieser Fragetechnik kannst du sehr schnell deine Aufschiebe-Monster aufspüren. Für die Übung brauchst du nur einen Stift, ein Blatt Papier und 10 Minuten ungestörte Zeit und niemanden, der etwas von dir will.

Übung gegen Aufschiebe-Monster

Schritt 1: Was schiebe ich vor mir her?

Nimm hier deinen ersten Impuls wahr. Schreib ihn auf.

Beantworte die Frage nicht nur „im Kopf“. Mach es schriftlich. Dadurch setzt du dich automatisch intensiver mit der Frage auseinander.

Unterschätze nicht den Effekt, deine Antwort schwarz auf weiß zu sehen!

Solltest du hier mehrere Dinge finden, wähle das aus, wo am meisten „Dampf drauf“ ist. Das, was für dich momentan am unangenehmsten ist.

Ich weiß, das macht nicht unbedingt Spaß, aber das Ergebnis lohnt sich. Sei ehrlich zu dir: Das Aufschieben macht auch keinen Spaß!

Das Thema sitzt dir immer unangenehm im Nacken. Also schau dem Monster ins Gesicht. (Vielleicht entpuppt es sich bei näherem Hinsehen auch als Miniatur-Monster.)

Beantworte die nachfolgenden Fragen dann für diese eine Sache.

Beispiele:

Es muss aber nicht unbedingt etwas aus dem beruflichen Bereich sein. Wenn deine erste Assoziation aus einem anderen Bereich ist, dann schreib sie trotzdem auf.

All unsere Lebensbereiche beeinflussen sich gegenseitig. So kann bspw. eine immer wieder aufgeschobene, aber überfällige Trennung auch dein Berufsleben negativ beeinflussen.

Schritt 2: Was passiert im schlimmsten Fall, wenn alles bleibt wie es ist?

Wie wäre mein Leben im schlimmsten Fall in einem Jahr (fünf Jahren), wenn ich es weiter aufschiebe?

Mit welchen negativen Konsequenzen muss ich rechnen, wenn ich nichts tue? Wie geht es mir dann?

Schreib hier alles auf, was dir einfällt. Mindestens zehn Dinge. Denke neben deinem Berufsleben auch an andere Bereiche, die betroffen sein könnten: deine Gesundheit, deine Familie, deine sozialen Kontakte, deine eigene Persönlichkeit, deine Finanzen und Wohlstand.

Beispiele:

  • Ich setze meine Fähigkeiten und Stärken nicht ein. Sie werden im Job nicht gebraucht und verkümmern.
  • Ich werde in meiner Firma nicht wahrgenommen.
  • Ich habe keine beruflichen Erfolgserlebnisse.
  • Ich lebe meine Lebensaufgabe nicht.
  • Ich stehe still und entwickle mich nicht weiter.
  • Ich bin total unzufrieden und auch sauer auf mich selbst.
  • Meine Partnerschaft hält das nicht aus.
  • Der Familiensegen hängt schief.
  • Ich habe keine Zeit für die Kinder.

Scheu dich nicht hier diese negativen Konsequenzen aufzuschreiben. Es ist „heilsam“, sie einmal anzuschauen.

Wenn du hier intensive, unangenehme Gefühle haben solltest, notiere sie, nimm sie wahr und lass sie wieder ziehen. Dies hier ist nur eine Übung, ein Gedankenspiel – Du bist sicher. Einatmen, ausatmen.

Schritt 3: Was passiert im besten Fall, wenn ich handle?

Wie wäre mein Leben im besten Fall in einem Jahr (fünf Jahren), wenn ich es nicht weiter aufschiebe, sondern handle?

Welche Vorteile gewinne ich, wenn ich jetzt handle? Wie geht es mir dann?

Schreib auch hier wieder alles auf, was dir einfällt. Mindestens zehn Dinge.

Denke an alle Lebensbereiche, die betroffen sein könnten: Beruf, Gesundheit, Familie, soziale Kontakte, eigene Persönlichkeit, Finanzen & Wohlstand.

Beispiele:

  • Ich habe einen besseren Job, in dem ich meine Fähigkeiten und Stärken einbringen kann.
  • Für meine Arbeit bekomme ich Anerkennung.
  • Wichtige Kunden darf ich federführend betreuen.
  • Ich habe ein eigenes Projekt mit mehr Verantwortung.
  • Mein Leben macht Sinn und ich weiß, warum ich tue, was ich tue.
  • Ich bin ausgeglichener und hadere nicht mehr so viel mit mir.
  • Ich lasse meine Unzufriedenheit nicht mehr an meiner Familie aus.

Schritt 4: Was bedeutet das für dich?

Was ist deine wichtigste Erkenntnis aus dieser Übung?

Was nimmst du aus dieser Übung mit?

Was kannst du jetzt neu oder anders sehen?

Lass mich gerne wissen, was dir durch diese Übung klar geworden ist.

Diese Übung kann der Ausgangspunkt für eine berufliche Weichenstellung sein, für eine sanfte Veränderung in kleinen Schritten. Wenn du diese Veränderung voranbringen möchtest, bin ich mit Know-how und Herz an deiner Seite.

 

Maria Ehrenberg ist begeisterte Karriere- und Business-Coach. Ihre Leidenschaft ist es, Menschen, mit dem, was sie beruflich tun, zum Strahlen zu bringen. Erfahre hier mehr.